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3.3 Das Setting der Italo-Western

 

Als Setting für die meisten Italo-Western dient eine wüstenartige Landschaft. Dies kann eine trockene Sand- oder Steinwüste sein (Dollar-Trilogie, Once upon), eine Matsch- (Django) oder eine Schneelandschaft (Leichen). Eine Gemeinsamkeit haben alle: sie sind gleichermaßen lebensfeindlich. In dieser Ödnis befindet sich normalerweise ein heruntergekommenes, halbverlassenes Städtchen, das kaum als symbolischer Gegenpart zur Wildnis dienen kann (siehe 'Wildnis'). Ortswechsel zwischen Stadt und offenem Land haben, anders als im amerikanischen Western, kaum eine Bedeutung: der Tod lauert überall. Der Ort ist namentlich nur selten festgelegt: in Halunken wird zwar ein Friedhof namens 'Saint Hill' erwähnt, Rache spielt in 'Saxon-City', Blutiges Blei in 'Dallas', die Regel ist allerdings die völlige Anonymität des Schauplatzes.

Gleiches gilt für die historische Fixierung: viele Italo-Western spielen während eines Krieges oder kurz danach (Civil War oder amerikanisch-mexikanischer Krieg). Dies hat jedoch nur zwei Gründe: erstens sind die Filme durch Zugehörigkeit zum Genre 'Western' ohnehin historisch weitgehend festgelegt, zweitens bilden Kriegwirren einen plausiblen Hintergrund für Anomie. Wenn Krieg eine Rolle spielt, geht es eher um Krieg im allgemeinen als um die Darstellung eines bestimmten Krieges.

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