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3. Story

 

        Während Zeitstruktur und Setting hier nur angeschnitten werden, soll das Hauptgewicht auf der Charakterisierung liegen, da mit dem Helden des Italo-Western ein Typus entstand, der zwar traditionelle Merkmale aufgriff, aber in einen neuen Kontext setzte.

3.1 Die Zeitstruktur der Italo-Western

 

In Once upon und Für ein paar Dollar mehr wird der Showdown durch eine Sequenz eingeleitet, in der sich die Kontrahenten simultan an das zurückliegende Ereignis erinnern, das sie beide dazu gebracht hat, sich nun gegenüberzustehen. Bruchteile dieser Erinnerungssequenz tauchen schon vorher im Film immer wieder auf, jedoch wird erst am Schluß die Relevanz für die eigentliche Handlung deutlich. In Bastard, Keoma und Django 2 erinnern sich die Helden ebenfalls immer wieder an Szenen aus ihrer Vergangenheit.

Abgesehen von solch seltenen Rückblenden sind die Italo-Western streng chronologisch erzählt, wobei für das sujethafte Kino übliche Zeitsprünge Verfolgungsjagden, Genesungsperioden, Ruhepausen etc. abkürzen. Selbst wenn solche Sprünge relativ lange Zeitspannen überbrücken (wie z.B. in Handvoll und Halunken), ist die verstrichene Zeit insofern irrelevant, als sich währenddessen nichts verändert hat.  Sie sind also hinsichtlich ihrer Zeitstruktur nicht markiert, d.h. unauffällig (zu Markierung von Elementen der Filmsprache siehe Lotman 53-54). Die Einheit der Zeit bleibt in allen Italo-Western gewahrt.

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