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2.1.1.1 'inside society'/'outside society' im Italo-Western

 

        Die 'Gesellschaft' ist im Italo-Western kaum auszumachen, bzw. tritt deutlich in den Hintergrund. Die Protagonisten sind meist deutlich als Außenseiter zu erkennen. Falls Repräsentanten gesellschaftlicher Institutionen auftauchen (Sheriffs, Bankiers, Saloonbesitzer, Richter, Priester), sind sie entweder marginale Figuren, die keinerlei Einfluß auf die Handlung haben und ziemlich schnell ins Abseits geschoben (bzw. ins Jenseits befördert) werden, oder sie fallen mit der traditionellen Bösewicht-Rolle zusammen (vergl. Bädekerl 600). Eine funktionierende Gesellschaft wird also noch nicht einmal als Möglichkeit gezeigt, wie es im amerikanischen "professional"-Western (siehe 2.2.1.1) noch der Fall ist, auch wenn sich die Protagonisten schon dort gegen sie entscheiden. Umso weiter ist der Italo-Western natürlich vom klassischen Western (siehe 2.2.1.1) entfernt, in dem der Wunsch nach einem friedlichen, geregelten Zusammenleben als Motivation des Helden gelten mag.

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